OMIŠ GESCHICHTE

Die Piratenhochburg der Adria

Omis KirchenAm linken Flussufer der Mündung des Flusses Cetina entwickelte sich aus einer römischen Siedlung (Oneum) die kleine Stadt Omiš. Ihre Geschichte geht aber noch weiter, bis in die vorrömische Zeit zurück (4. Jh. vor Christus), als schon die Illyrer dort eine Siedlung (Nestos) erbaut hatten.

Berühmt-berüchtigt wurde die Stadt im Mittelalter als Befestigung und Hauptstützpunkt der Neretvapiraten.

Schon im 9. Jahrhundert mussten die Venezianer einen „Nichtangriffsvertrag“ mit ihnen unterzeichnen und Tribut zahlen um unbehelligt mit ihren Schiffen das Neretvagebiet (die Ost-Adria) durchqueren zu können. Jahrhundertelang war in der ganzen Region niemand vor ihnen sicher.

Im 12. Jh. legten sie sich sogar mit den Byzantinern und dem deutsch-römischen Kaiser Friedrich I – Barbarossa an. Zu dieser Zeit herrschten die Fürsten der Familie Kačić über die Stadt. Der „lange Arm“ der Piraten reichte bis an die andere Seite der Adria, wo sie Schiffe Friedrich II vor der Küste Apuliens angriffen.

1220 überfallen die Omis Piraten Kreuzfahrer auf dem Weg nach Palästina. Daraufhin kommt es zu mehreren, durch den Papst unterstützten, Kriegen (Kreuzzügen). Den Ersten gewannen die Omis Piraten 1221, im Zweiten (1287) wurden sie jedoch geschlagen, was, in gewisser Weise, auch das Ende der Macht der Fürsten Kačić markierte.

Während der darauf folgenden stätig wechselnden Herrschaft über die Stadt, war die Piraterie zwar immer noch vorhanden, konnte aber nie wieder an die alten Erfolge anknöpfen. 1444 musste letztendlich auch Omis die Autorität und Herrschaft Venedigs anerkennen und war von da an, bis zum Ende - 1797, ein Teil des venezianischen Staates.

Die Vorherrschaft, welche für lange Zeit, weder der Papst noch die Venezianer brechen konnten, verdanken die Omis Piraten ihrer hervorragenden Tapferkeit sowie der besonderen Konstruktion ihrer Schiffe – „Strijele“ (Pfeile) genannt. Diese Segel-/Ruderschiffe hatten die besondere Eigenschaft, dass sie nur einen geringen Tiefgang hatten und besonders schnell und wendig waren. Bei Gefahr konnten sie schnell in die Flussmündung und flussaufwärts flüchten. In der Flussmündung befand sich eine Mauer, die bis knapp unter die Wasseroberfläche errichtet und eine Verfolgung feindlicher Schiffe verhinderte. Diese Unterwasser-Mauer (genannt „Mostina“) hatte nur eine Öffnung, groß genug für die eigenen Schiffe („Strijele“) und konnte mit Ketten gesicherte werden.

Nach dem Zusammenbruch von Venedig im Jahr 1797. fiel Omis unter österreichische Herrschaft. Mit dem Friedensvertrag von Pressburg im Jahr 1805., welcher den Krieg zwischen Österreich und Frankreich beendete, kam Omis zusammen mit Dalmatien unter die Herrschaft von Napoleons Frankreich. 1813 fiel die Stadt wieder unter österreichische Herrschaft zurück.

Die Stadt verlor ihre strategische Bedeutung und Seefahrt und Seehandel nahmen dramatisch ab. Von da an teilt Omis das Schicksal mit dem restlichen Dalmatien und Kroatien als Teil: der österreichungarischen Monarchie, Königreichs der Serben; Kroaten und Slowenen (ab 1924 Königreich Jugoslawien) und nach dem 2. Weltkrieg als Teil der SFRJ (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien); seit 1991 Republik Kroatien.

Erst mit der Industrialisierung und dem Tourismus im frühen 20. Jahrhundert beginnt die Neuentwicklung/Auferstehung von Omis. Das Erbe dieser Stadt sind heute viele interessante und außergewöhnliche Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten.

 

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